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Aktuelle Informationen

Studium Generale digital im Wintersemester 2022/2023

RahmenthemaVerstehen und Verständigung

Ort: Online (Zoom)
Zeit: montags 18:00-19:30 Uhr
Leitung und Moderation: Apl. Prof. Dr. Ralf Elm, PH Weingarten

Zoom-Link: https://ph-weingarten-de.zoom.us/j/95170734733?pwd=eThmSldESENhOXRIczM0K0FLdmVwdz09

Studium Generale-Eröffnungsvortrag
31. Oktober 2022
Prof. Dr. René Torkler, Universität Kiel
„Verstehen beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod“ –
Hannah Arendt über Verstehen und Urteilskraft

Auch wenn der Begriff des Verstehens Hannah Arendts Werk kontinuierlich begleitet, gilt sie selbst nicht als Vertreterin der philosophischen Hermeneutik. Es ging ihr dabei weniger um eine Methode der Textauslegung oder der Geisteswissenschaften im Ganzen, sondern eher um eine grundlegende Tätigkeit des Menschen, die sich darauf richtet, „in der Welt zu Hause zu sein“. Als solche verbindet sich das Verstehen für sie eng mit dem Urteilen, das es dem Menschen Arendts Vorstellung nach erst erlaubt, mit der Pluralität der Welt sinnvoll umzugehen.
Bei der Entwicklung dieser Lehre des Verstehens und Urteilens knüpfte Arendt an Kants Begriff der Urteilskraft an – was insofern selbst einen hermeneutischen Vorgang darstellt, als sie Kants dritte Kritik auf eine ganz spezifische Art und Weise deutete und zu einer politischen Urteilskraft weiterentwickelte. Diesem Zusammenhang zwischen weltorientiertem Verstehen und Arendts Interpretation des kantischen Denkens soll im Vortrag nachgegangen werden.

 

5. Dezember 2022
Prof.‘in Dr. Frauke Kurbacher,
Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Münster
Fragiles Philosophieren. Pluralität und Weltoffenheit im Denken Hannah Arendts - und darüber hinaus

Bei Hannah Arendt, die zurecht den Ausdruck eines "Denkens ohne Geländer" geprägt hat, zeigt sich das Denken in der Tat fragil, frei und urteilsfähig - und im Gestus ihres ebenfalls berühmten Ausrufes: "Ich will verstehen". Solch ein Philosophieren ist von Beginn an interpersonal grundiert, es ist angewiesen auf Andere, Anderes und Fremdes, auf Welt als solche. Pluralität und Weltoffenheit sind seine Parameter und taugen sowohl für interkulturelle Perspektiven als auch für eine 'Philosophie der Migration'.

 

19. Dezember 2021
Dr. Nadjib Sadikou, Europa-Universität Flensburg
Nicht-Verstehen und Interkulturalität in der Literatur

Der Vortrag will den Mehrwert vom Nicht-Verstehen in interkulturellen literarischen Texten ausloten. Dabei wird die These überprüft, dass der Begriff der Interkulturalität in vielerlei Hinsicht auf dem Prinzip der ,Agonalität‘ basiert: In den Texten handelt es sich nicht um kulturelle Harmoniekonzepte, nicht um die Erzeugung universalistischer Weltbilder, sondern vielmehr um eine Ästhetik der Differenzerzeugung, der Dekolonisierung und Ent-Hierarchisierung, die eindimensionale sowie festgefahrene Absolutheitsansprüche unterlaufen.

 

16. Januar 2022
Dipl.-Psych./Dipl.-Päd. Jürgen Egle, Pädagogische Hochschule Weingarten,
„Verstehen“ und „Verständnis“ als zentrale Merkmale für guten Unterricht aus neuropsychologischer Perspektive

Verstehen und Verständnis sind wirkmächtige Faktoren im Alltag, in der Politik und in Bildungskontexten, wie viele Missverständnisse belegen. Speziell im Blick auf die LehrerBildung sind diese Begriffe von essentieller Bedeutung, denn es geht um guten Unterricht. Verstehen und Verständnis sind keine polaren Gegensätze, sie stehen aber in einem disparaten, bisweilen auch dialektischen Spannungsverhältnis und bilden eine Differenz. Das klassische „Sender – Empfänger-“ bzw. „Input – Output“-Modell ist unvollständig und muss deshalb um das neuropsychologische „Zwischen“ erweitert werden. wenn man erklären will, was in neuronaler Hinsicht beim gelingenden Verstehen passiert?

Verständnisorientiertes Lehren korrespondiert mit emotionaler Bedeutsamkeit (Interesse) – verstehendes Lernen mit kognitiver, genauer: affektlogischer Bedeutsamkeit (Inter-ESSE). Anhand von Beispielen führt Jürgen Egle in das verstehende Lernen ein und rundet den Vortrag mit einem ethischen Vergleich zwischen Verstehen und Verständnis ab.

 

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Benotung von Modulprüfungsarbeiten ---  Rechtschreibung und Zeichensetzung

Beachten Sie bitte:
Abgegebene Modulprüfungsarbeiten müssen den Standards der Rechtschreibung und Zeichensetzung entsprechen. Bei Nichteinhaltung dieser Standards wird bei der Bewertung der Arbeit die Note um den Faktor 0,5 herabgesetzt. Eine nachhaltige Verbesserung von Rechtschreibung und Zeichensetzung können Sie erreichen, wenn Sie sich das folgende Buch anschaffen und durcharbeiten:

  • Steffi Staaden: Rechtschreibung und Zeichensetzung endlich beherrschen, UTB-Taschenbuch, Paderborn: Verlag Schöningh, 2. Aufl. 2015

Das Fach Ethik empfiehlt nachdrücklich auch den Besuch einschlägiger Lehrangebote der Schreibwerkstatt der Hochschule.